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Arco 2005

Ein Bericht von Thomas Knoche mit Fotos von Hannes Huch und Thomas Knoche.

Die Taschen stehen noch genau dort im Flur, wo ich sie hingestellt habe – und schon sitze ich hier und schreibe einen Text über das, was eigentlich noch gar nicht vorbei ist: Der Herbstlehrgang des bayerischen Jugendkaders. Ganz ehrlich, am liebsten wäre ich dort geblieben.

Doch der Reihe nach:

Samstag, 29.10.2005:
am Münchner Bahnhof trifft sich ein Häufchen Kletterer, genauer gesagt sind es Katharina Roß, Jana Münzenberg, Johanna Patz, Jan Krauß, Landestrainer Andi Hofmann, der zweite Betreuer Hannes Huch und ich. Bald darauf sind wir auch schon in unserer Ferienwohnung in den Valle Giudicari, mit Bernhard Köhl im Gepäck. Im Gepäck sind auch schon die Zutaten für superleckere Pfannkuchen. Ich habe nachgedacht: Es muss an der Bergluft gelegen haben, dass manche Pfannkuchen eher Kaiserschmarrn wurden. Anders kann ich’s mir nicht erklären

Sonntag, 30.10.:
erster Klettertag! Aufgeweckt von strahlendem Sonnenschein und dem Duft frischen Cafés kann der Sommerurlaub beginnen. Um uns einzuklettern fahren wir zum Geheimtipp „Sunny Place“. Erste Erkenntnis: Typischer Geheimtipp. Zweite Erkenntnis: Hat den Namen nicht umsonst. Dritte Erkenntnis des Tages: Der Cappuccino in der Bar in Ponte Arche. Mmmmm…

Montag, 31.10.:
Nebel in den Valle Giudicari. Also ab ins Tal nach Camarete. Dort stellt Stefan Danker den Highscore des Urlaubs auf: eine 8a und eine 7c gehen auf sein Konto. Somit hat er sich die Pizza ehrlich verdient. Abends laufen in Arco lauter kleine Kinder mit lustigen Verkleidungen rum und lassen Böller explodieren. So feiert man also Halloween in Italien.

Dienstag, 1.11.:
Ruhetag für die geschundenen Finger, das gute Wetter nimmt sich auch eine Auszeit: Das ist die Gelegenheit für eine Einheit Video-gestützter Bewegungsoptimierung. Nach der anschließenden feucht-fröhlichen Erkundungstour durch die umliegenden Klettergebiete lassen wir uns auf den weißen Ledersofas in der Lounge des Café Trentino nieder. Und wäre in den Heißgetränken kein Koffein gewesen, wäre der ein oder andere auch wahrscheinlich so schnell nicht mehr aufgestanden. Abends gibt’s lecker Reis mit Gemüse und danach Maronen (Kastanien, nicht die Pilze!).

Mittwoch, 2.11.:
Was wäre ein Arco-Urlaub ohne mindestens einen Tag in Massone? Wahrscheinlich nur halb so anstrengend. Tolle Leistungen von Ines und Jan: Beide ziehen Beach Boys 7b. Jan meint, daran seien die Kastanien schuld gewesen. Von nun an würde er sich vor jedem Wettkampf mit Maronen abfüllen. Wir klettern am Fels bis es dunkel ist, und danach sind die Olivenbäume dran. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit einer gehaltvollen Käse-Sahne-Soße (übrigens: da war ein halbes Kilo Gorgonzola drin!!!).

Donnerstag, 3.11.:
Leider der letzte Klettertag, doch morgens sieht es noch ganz danach aus, als ob uns das gute Wetter im Stich lässt. Kurz darauf ist aber keine Wolke mehr am Himmel und wir können so richtig die Sonne genießen. Anfangs tun wir das in Terra Promessa, dann zieht es den Großteil doch noch nach Massone. Und wieder klettern wir bis die Sonne viel zu früh hinter den Bergen verschwunden ist. Noch nie konnte ich Anfang November in kurzer Hose und oben ohne im letzten Abendlicht eine schwere Tour klettern, nein besser: genießen. Wahnsinn, was für ein Abschluss! Nach dem obligatorischen Abschlusspizzaessen ziehen wir noch mal durch Arco. Wer hat eigentlich damit angefangen, auf den Pfosten beim Brunnen rumzuklettern? Danke, Mann! Jetzt halten uns zwar alle für völlig durchgeknallt (was meiner Meinung nach nicht ganz falsch ist), aber das war der Spaß wert. In der Ferienwohnung angekommen machen sich die Anstrengungen der letzten Tage deutlich bemerkbar: Die Schafkopfrunde fällt um einiges kürzer aus, und Hannes schläft einfach so auf seinem Stuhl ein.

Freitag, 4.11.:
Katharina hat Geburtstag! Im Wohnzimmer wird sie mit einem fröhlichen Happy Birthday aus Hannes’ i-pod und einem Geburtstagskuchen begrüßt. Leider heißt es danach Koffer packen, Autos beladen und heimfahren. Dabei beweist Jan, dass man auch in den unmöglichsten Körperhaltungen schlafen kann. Fazit:
Schön war’s! Alle, die nicht dabei waren, haben echt was verpasst. Wir hatten Glück mit dem Wetter, viel Fels, großen Spaß, keinen Stress und eine supertolle Stimmung. Danke an Euch, dass vom Klettern übers Kochen bis hin zum Abspülen und Aufräumen alles so selbstverständlich geklappt hat. Ich bin immer noch schwer beeindruckt!

Keep on rocking und bis hoffentlich bald!

Thomas