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Tessin 2010


Ostern 2010: Bayrischer Jugendkader unterwegs im hautraubenden Granit

Zu sagen, die Woche vom 28. März bis zum 3. April sei eine Maßnahme, 15 Jugendlichen die Möglichkeit zu geben ihre fels- und klettertechnischen Kenntnisse zu erweitern, ist eine Lüge. Auch wenn das Bouldern im Vordergrund stand und Schwierigkeiten bis Fb 8a bewältigt wurden. Tatsächlich konnten sie weitaus umfassendere Erfahrungen sammeln.

Das Drehen eines Clips, um sich die Unterstützung von „De Beukelaer“ (Prinzenrolle) zu sichern, beispielsweise.

Oder sich als Friseur versuchen und feststellen, dass nur ein Einziger das Opfer vor einem Topfschnitt retten kann.
Den Schleifpunkt eines Sprinters zu hören.

Oder die Erkenntnis, dass das Stürzen von Mauern und Trampolinen meist unerwartet und schnell passiert …

Schweiz, Tessin. CLARO. Zwei Kirchen. Ein Coop. Eine Pizzeria. Ein Kloster, nachts beleuchtet, für uns allerdings, ohne Wanderguide, unerreichbar. Häuser, auch Ferienappartements. In 4 davon wohnen wir.

Jeden Tag das Gleiche: Morgens Einkaufen. BIO, versteht sich. Dass tägliche Anfahren eines Coops oder Migros liegt vielleicht auch am Fehlen von vorrausschauenden und planvollen Einkaufslisten… Die Tüten ins Auto. Und Los. Chironico.

Der „Anstieg“ ist sozusagen unzumutbar. Fast 20 Minuten.
Bouldern zieht eben immer mehr in Richtung Extremsport. Wir sind echte Bergsteiger. Alpinisten. Mount Everest, next year.

Rheinhold Messner hätte die Strecke wohl in 10 Minuten geschafft, aber er schleppt auch keine Crashpads und wird auch nicht jede 20 Sekunden umgefällt.

Egal.

Wir sind Sportler, uns ist kein Weg zu weit. Solange wir wissen, dass uns am Ende des Wegs unzählige Felsblöcke erwarten.

Boulder, sozusagen.

Wir kommen, sehen, flashen.

7a Klassiker: Selection Door, Number one, Autopilot, zum Beispiel.
Ausgerüstet mit Marmot Kleidung. Styling ist wichtig. Auch hier. Das Auge klettert schließlich mit…Kurze Marmot Hosen. Und Marmot T-Shirts. Auffällige Farben. Unsere Nägel (zumindest die der Mädels) leuchten in farblicher Übereinstimmung.

Fällt nur dem auf, der genauer hinschaut, klar, aber wir wissen ja: weniger ist manchmal mehr. Nachmittags fängt es an zu nieseln. Es wird schlimmer. Es dauert an. Deshalb setzten wir uns am nächsten Tag in eine Höhle.
Die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Der Grip eher schlecht. Daher lernen wir endlich, wie man richtig chalkt.
Nach diesem Crashkurs klappen die Züge schon besser, aber nicht alle haben Erfolg. Deswegen auch das Hangwaagentraining am Abend …

Die nächsten Tage werden windig und kalt.

Der Grip ist top, keine Frage. Kommt vor allem denen zu Gute die das mit dem Chalken noch nicht so richtig verstanden haben.

Hat aber auch Nachteile: Die Motivation Daunenjacke auszuziehen und die warmen Schuhe gegen enge, kalte Kletterschuhe zu tauschen, sinkt enorm.

Jetzt bouldern nur die ganz Harten :p

Und wir haben noch ein Problem: Nachlassende Feinmotorik. Schuhe binden. Rucksack packen. Ziemlich Schwierig, mit kalten Fingern.

Kein Wunder also, das 3 Gläser und ein Stuhl in Scherben bzw. Splittern enden. Erschwerte Bedingungen am Fels, also. Wir können wohl von Glück reden, dass uns ein echter Held in unserer Not hilft. Durch geschicktes Auftürmen von Stöcken, Blättern und Rinden, die unermüdliche Suche nach Brennbarem und, ja okay, ein Feuerzeug entfacht er ein Feuer. Ein großes Danke noch mal, an dieser Stelle. Trotzdem sind wir am Erfrieren, als wir heimkommen. Zum Glück gibt es Duschen mit warmem Wasser und einen Kamin. Allerdings ist bald kein Holz mehr da. Auf zum Holzhacken.

(Geht übrigens besser, entlang der Faserung. Nachher ist man immer schlauer, wir allerdings brauchen eine geschlagene Stunde für diese Erkenntnis, aber hey – besser spät als nie…) Wir hämmern also auf das Holzstück ein. Ja, genau, nicht nur anstrengend sondern vor allem eins: LAUT.

Weil es schon nach 10 Uhr ist, werden wir vom Chef auf die Nachtruhe und die damit verbundene Rücksicht auf Nachbarn aufmerksam gemacht. Das Holzhacken wird eingestellt. Dafür schließen wir unsere i-Pods an die Boxen an, was wahrscheinlich auch nicht viel leiser ist… Um Punkt 12 liegen wir natürlich alle im Bett, schließlich müssen wir uns ja für den sogenannten anstehenden „Power-Tag“ erholen. Power-Tag hin oder her, vor allem ist er der letzte Tag in CLARO. Eine Woche ist zu wenig! Einfach viel zu kurz. ? Kann man leider nichts machen … außer vielleicht noch mal knüppeln gehen. CARPE DIEM, wie Horaz sagen würde.

Special Thanks to: Unseren aufmerksamen Beobachtern: Andi & Peter Und Phil, dem besten Guide den man haben kann.

Mitgliedsvereine aktuell

Neue Sportförderrichtlinien in Kraft getreten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vertreter unserer Mitgliedsvereine,

zum 30.12.2016 sind die neuen Sportförderrichtlinien in Kraft getreten.

 

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